„Homosexualität heilbar“: Linzer Arzt widerspricht neuem Weihbischof

Auch in Oberösterreich, der Heimat des umstrittenen neuen Linzer Weihbischofs Gerhard Maria Wagner, sorgen dessen Aussagen für Aufregung. In der heute erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins „profil“ meint Wagner: „Natürlich kenne ich geheilte Homosexuelle. Dafür gibt es genügend Beispiele, nur davon spricht man nicht.“

So erklärt der Linzer Männerarzt Dr. Georg Pfau in den „Oberösterreichischen Nachrichten“, dass Wagners Theorien medizinischer Unsinn sind: „Allein die Tatsache, dass hier wieder von Krankheit gesprochen wird, ist aus Sicht von uns Sexualmedizinern ein Rückschritt und eigentlich eine Ungeheuerlichkeit“, so Pfau. „Es gibt keine Krankheit, es besteht kein Leidensdruck bei den betroffenen Männern, und es erleidet auch niemand Schaden. Schon mit einem Anspruch auf so genannte Heilung machen wir diese Menschen wieder unglücklich, und das wollen wir nicht. Homosexualität ist eine legitime Spielart von Sexualität. Sie gilt nach der Pubertät als unveränderbar“, erklärt Pfau in aller Deutlichkeit.

Gerhard Friedinger von der HOSI Linz hält in der Zeitung die Geisteshaltung hinter diesen Aussagen „nicht nur für den gegenseitigen Dialog für nicht förderlich, sondern auch für einen Schlag ins Gesicht aller gläubigen Lesben und Schwulen“. Friedinger ruft zum Austritt aus der römisch-katholischen Kirche auf: „Man kann auch Katholizismus heilen“.

Und für den Menschenrechtssprecher der oberösterreichischen Grünen, Gunther Trübswasser, verstößt Wagner sogar gegen das Nichtdiskriminierungsgebot in der Bundes- und Landesverfassung. Solche Aussagen verstoßen laut Trübswasser „eindeutig gegen die Menschenrechte und widersprechen auch dem Geist des oberösterreichischen Antidiskriminierungsgesetzes, in dem Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung weder diskriminiert, noch belästigt werden dürfen.“ Für den Grünen Menschenrechtssprecher beleget der derzeitige Kurs der römisch-katholischen Kirche „die Probleme der herrschenden Amtskirche mit Menschenrechten und unserer Verfassung“.

Links zum Thema