Nach Oralsex: Speichel kann HIV unschädlich machen

Durch Oralsex könnten schwule Männern Antikörper gegen HIV entwickeln. Das ist eine Schlussfolgerung aus einer schwedischen Studie, die der nächsten Ausgabe des Fachjournals „AIDS“ publiziert wird.

Ein Forscherteam rund um Klara Hasselrot hat den Speichel von 25 HIV-negativen Männern untersucht, von denen 21 mit ihrem HIV-positiven Partner ungeschützten Oralsex haben, drei weitere hatten wechselnde Sexpartner mit ungeklärtem HIV-Status. Als Kontrollgruppe untersuchte das Team des angesehenen Karolinska Institutet in Stockholm 22 HIV-negative Männer mit ebenfalls negativen Partnern.

Von den Männern mit positivem oder wechselndem Partner hatten 15 Männer in ihrem Speichel eine Substanz, die den HI-Virus neutralisieren konnte. Bei der Kontrollgruppe waren es sechs.

Bei weiteren Tests fanden die Forscher bei 13 Männern der ersten Gruppe spezielle IgA1-Antikörper, die aber bei keinem Mann der zweiten Gruppe zu finden waren. Ohne diese Antikörper konnten nur fünf Speichelproben das Virus neutralisieren – also ungefähr gleich viele wie bei der Kontrollgruppe.

Zwei Jahre später blieben die Ergebnisse im Prinzip gleich: Keiner der HIV-negativen Männer aus der ersten Gruppe hat sich mit dem Virus angesteckt, einer hat die Fähigkeit, den Virus mit seinem Speichel zu neutralisieren verloren, ein anderer dazugewonnen. Dabei hatten die positiven Partner der Männer, deren Speichel das Virus besonders effektiv bekämpfen konnte, eine recht hohe Viruslast.

Die Forscher glauben nun, dass die Fähigkeit des Speichels, das HI-Virus zu neutralisieren, auch davon abhängt, wie nahe man einer Infektion kommt. Es ist das erste Mal, dass eine solche Reaktion in der Speichelflüssigkeit festgestellt wird.

Links zum Thema