Vatikan weiter für Gewalt an Lesben und Schwulen

Obwohl der Vatikan kein Mitglied der Vereinten Nationen ist, wird er keine UNO-Konventionen unterstützen, die die gleichen Rechte für Lesben und Schwule fordern. Das betonte Erzbischof Celestino Migliore, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in einem Interview mit der italienischen katholischen Zeitschrift „Il Regno“.

Bei der Erklärung zur sexuellen Orientierung ist der Vatikan vor allem gegen jede Abschnitte, die sich gegen Gewalt an Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender richten. Die Erklärung des Bischofs: Für sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität werden Begriffe verwendet, die „vom Völkerrecht weder anerkannt noch einheitlich definiert werden“, und damit – so der Erzbischof – unterschiedlich interpretiert werden können.

Das könnte die römisch-katholische Kirche zwingen, Lesben und Schwule zu verheiraten, warnt Migliore: „Eine mögliche Verzerrung wäre, dass ein Land oder eine religiöse Gruppe bestraft werden, weil sie sich weigern, eine Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu feiern oder die Adoption von Kindern durch Homosexuelle zuzulassen; in extremen Fällen könnte religiösen Seelsorgern befohlen werden, solche ‚Ehen‘ zu zelebrieren“.

Dass die römisch-katholische Kirche deshalb in Kauf nimmt, dass Lesben und Schwule zum Tode verurteilt werden, weist Erzbischof Migliore zurück. Er betonte, der Heilige Stuhl habe im Gegenteil diese Länder dazu aufgefordert, „jede Form von Gewalt und ungerechter Diskriminierung gegen homosexuelle Personen zu beenden“. Ob sich Länder wie der Iran oder Saudi-Arabien der Empfehlung des Vatikans annehmen, darf allerdings bezweifelt werden.