„Homosexualität heilbar“: Bischof entschuldigt sich

Der Feldkirchner Bischof Elmar Fischer hat sich für seine Aussagen entschuldigt, in denen er Homosexualität als heilbare Krankheit dargestellt und mit Alkoholismus verglichen hat.

In einer Aussendung erklärt der Bischof: „In meinem Interview ging ich von einem offenkundig nicht mehr letztaktuellen wissenschaftlichen Stand der Literatur aus. Es lag mir fern, mit meinen Aussagen Menschen zu verletzen, ich wollte damit nur ausdrücken, dass man Bischof Wagner nicht nur verurteilen, sondern auch seine pastoralen Fähigkeiten sehen solle“, rudert der Vorarlberger Oberhirte jetzt zurück.

„Aus diesem Grund möchte ich mich in aller Form für die Aussagen entschuldigen und nochmals betonen, dass ich niemanden damit verletzen wollte, so Fischer.

Zuvor hatte er seine Aussagen, die er in einem Interview mit dem ORF Vorarlberg gemacht hat, in einem zweiten Interview mit den „Vorarlberger Nachrichten“ bestätigt. Schon da räumte er ein, „die letzten Entwicklungen nicht mehr so mitverfolgt“ zu haben, trotzdem aber von Homo-Heilungen gehört zu haben.

Für seine Aussagen wurde Fischer im Ländle scharf kritisiert: So nannte SPÖ-Bundesrat Reinhold Einwallner nannte Fischers Äußerungen „ungeheuerlich“. Brigitte Stadelmann von den Vorarlberger Grünen Andersrum attestierte dem Bischof „das Fehlen eines Mindestmaßes an Toleranz gegenüber Minderheiten“.

Lesbischwule Organisationen aus Vorarlberg schossen sich ebenfalls auf den Bischof ein: Thomas Wolfmeyer, Obmann der Homosexuellen Aktion Vorarlberg (HAV), meinte, es sei klar, dass psychisch Kranke in der katholischen Kirche willkommen sind, weil sie sonst ihre eigenen Leute ausschließen müsse. Mit der Aussage des Bischofs lenke die Kirche nur von sich selbst ab, statt sich selbst zu heilen. Auch Thomas Pfeifer, Obmann des Vereins für Lesben, Schwule und Transgender Personen, sieht das Grundproblem darin, dass die katholische Kirche habe nie einen Umgang mit Homosexualität in ihren eigenen Reihen gefunden hat.

Dass Fischers Rückzieher mehr als ein Lippenbekenntnis ist, darf bezweifelt werden: Denn bereits 1996 polemisierte der damalige Prälat mit einer mehrseitigen Aussendung an alle Pfarren des Bundeslandes gegen eine Veranstaltung des Lesben- und Schwulenforums in Dornbirn.