Diözese Linz klärt Gläubige über Homosexualität auf

Eine „Orientierungshilfe für Gespräche über Homosexualität“ bietet jetzt das Pastoralamt der Diözese Linz. Damit will sie bewusst einen Kontrapunkt zu den Aussagen ihres designierten Weihbischofs Gerhard Maria Wagner setzen. Dieser behauptet, Homodsexualität sei eine Krankheit und als solche heilbar. Die „damit verbundene Kränkung“ gleichgeschlechtlich orientierter Männer wie Frauen verdiene eine „Klarstellung“, heißt es in einer Aussendung der Diözese Linz.

Deshalb hat Rolf Sauer, der Leiter der Abteilung Ehe und Familie des Pastoralamtes, eine Zusammenfassung erstellt, die sich von den Wortmeldungen der letzten Tage wohltuend abhebt. Dort ist zum Beispiel nachzulesen, dass Soziologen in sämtlichen Gesellschaften einen „erstaunlich konstanten Anteil homosexueller Personen“ nachgewiesen haben und in freier Wildbahn bei 450 Säugetierarten homosexuelles Verhalten nachgewiesen wurde. Sauer erklärt, die Wissenschaft lege „mit erdrückender Wahrscheinlichkeit nahe, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen spätestens im 2. Lebensjahr festgelegt ist und danach nicht mehr umgekehrt werden kann“.

Auf den Einwand, dass die Bibel jedes homosexuelle Verhalten klar verurteilt, erklärt Sauer, man habe während der Entstehungszeit biblischer Texte noch nichts von einer homosexuellen Persönlichkeitsorientierung gewusst. „So wenig die Schöpfungsgeschichte heute als naturwissenschaftliche Abhandlung verstanden werden kann, war für die biblischen Autoren eine gleichgeschlechtliche Liebesbeziehung denkbar“, argumentiert Sauer.

Die römisch-katholische Kirche lehnt jegliche Form der Diskriminierung Homosexueller ab, betrachtet praktizierte Homosexualität aber als sündhaft. „Bis heute ist das die umstrittenste Aussage des römischen Lehramts“, heißt es auf der Webseite der Linzer Diözese.

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