Homo-Ehe: Wahlkampfthema in Portugal

Nach Spanien will auch Portugal die Ehe für Lesben und Schwule öffnen – zumindest, wenn der sozialdemokratische Ministerpräsident José Sócrates die Wahlen im September gewinnt.

Bei einer Parteiveranstaltung seiner Sozialistischen Partei (PS) hat Sócrates erklärt, im Falle eines Wahlsiegs die Ehe für Lesben und Schwule öffnen zu wollen. Eine Kehrtwende zum bisherigen Kurs der spanischen Regierung: Letztes Jahr hat die PS einen Antrag der Grünen und des Linksblocks auf Eheöffnung abgelehnt, weil sie nicht im Regierungsprogramm stehe. Die PS hat in Portugal seit Februar 2005 die Absolute Mehrheit.

Lesbischwule Aktivisten in Portugal begrüßen diesen Schritt. António Serzedelo, der Leiter von „Opus Gay“ bezeichnet die Sinnesänderung als „positiven Schritt“, besonders, weil sich der Ministerpräsident in Zeiten der Wirtschaftskrise für Gleichberechtigung einsetze.

Die römisch-katholische Kirche reagierte empört: Die portugiesische Gesellschaft werde von der Homo-Ehe „bedroht“, erklärte Kirchensprecher Manual Morujão in einer offiziellen Stellungnahme.

Seit 2001 gibt es in Portugal die „União de fato“, eine Eingetragene Partnerschaft für homo- und heterosexuelle Paare, sie allerdings weniger Rechte als die Ehe hat.

Links zum Thema

  • GGG.at Thema: Eingetragene Partnerschaften in Europa