Weihbischof Laun: „Homos haben Recht auf Heilung“

Andreas Laun
Josef Kuss/Bischofskonferenz

Nun hat sich auch der ultrakonservative Salzburger Weihbischof Andreas Laun in der aktuellen Krise der römisch-katholischen Kirche zu Wort gemeldet. Er verteidigt Gerhard Maria Wagner, der noch doch nicht Weihbischof von Linz wird, und dessen Ansichten.

Laun verteidigt den als Weihbischof von Linz gescheiterten Gerhard Maria Wagner

In einem Kommentar auf der konservativen Seite kath.net schreibt Laun über die Vorwürfe gegen Wagner: „‚Weg mit ihm!‘, vorgetragen in einer Tonlage, die unheimliche Assoziationen zum ‚Kreuzige ihn!‘ wecken kann.“

Dann versucht er, Wagners Ansichten zu rechtfertigen. Über die „Heilbarkeit der Homosexualität“ meint Laun: „Es kommt vor, dass Männer mit Familie plötzlich erklären, sie seien homosexuell, Frau und Kinder verlassen und zu ihrem ‚Freund‘ ziehen. Umgekehrt gibt es Homosexuellen, die den Schritt der Veränderung in der anderen Richtung tun. Zudem gibt es Menschen mit homosexueller Orientierung, die Hilfe suchen und um Hilfe bitten. (…) Der amerikanische Psychiater R. Spitzer, dessen Einfluss maßgeblich mitgewirkt hat bei der Entscheidung, Homosexualität aus der Liste der ‚Krankheiten‘ zu streichen, sagt heute auf Grund seiner Untersuchungen: Die homosexuelle Neigung ist tatsächlich veränderbar!“ Laun würde zwar nicht den Begriff „Heilung“ verwenden, steht aber auf der Seite Wagners: „der Sache nach hat er recht, es gibt Veränderung und die Homosexuellen haben ein Recht darauf.“

Wagner konstruierte einen Zusammenhang zwischen einer Schwulenparade und einem Hurrican

Und Laun verteidigt auch die Aussage Wagners, der Hurrican Katrina, der eine Million Menschen obdachlos gemacht hatte, stehe in einem Zusammenhang mit der Lesben- und Schwulenparade, die einige Tage später dort stattfinden hätte sollen: „Erstens nimmt Wagner das Wort ‚Strafe Gottes‘ nicht in den Mund und zweitens urteilt er nicht wirklich, sondern lädt nur ein, über einen möglichen Zusammenhang von Sünde und Unglück nachzudenken“, relativiert er die Aussagen seines Glaubensbruders.

Launs Schlussfolgerung: „Das Ergebnis erinnert an den Prozess Jesu: Keiner der Anklagepunkte hält einer kritischen Betrachtung stand, sie sind null und nichtig.“, bricht der konservative Weihbischof eine Lanze für den Pfarrer von Windischgarsten.