Russland registriert lesbischwulen Verein

In Russland ist zum ersten Mal eine Gruppe für lesbischwule Rechte als Verein registriert worden, ohne dass vor Gericht dafür gekämpft werden musste. „Coming Out“, eine St. Petersburger Gruppe, wurde im April 2008 gegründet und ist Teil des russischen LGBT-Netzwerks.

Igor Petrov, Leiter des Netzwerk, spricht von einem „wahrlich historischen Moment“: „Es ist das erste Mal, dass russische Behörden nicht versucht haben, die offizielle Registrierung einer lesbischwulen Organisation zu behindern. Wir glauben, dass ist das erste sichtbare Ergebnis unserer Kampagne für die Versammlungsfreiheit, die wir 2006 gestartet haben“.

Im Jahr 2006 wurde die Registrierung der lesbischwulen Gruppe „Rainbow House“ in der Stadt Tyumen von den Behörden abgelehnt, weil sie eine „Gefahr für die Souveränität und territoriale Integrität der Russischen Föderation“ darstelle. Der Fall liegt mittlerweile vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Auch der Direktor von „Coming Out“, Valery Sozaev, freut sich über die problemlose Registrierung: „Das ist für uns sehr wichtig. Es eröffnet und neue Möglichkeiten, unsere Ziele zu erreichen, inklusive der Möglichkeit regelmäßiger Kontakte mit der Regierung“.

Die Aktivisten in St. Petersburg haben unter anderem im Oktober 2008 den ersten russischen Coming-Out-Day organisiert. Außerdem protokollieren sie Menschenrechtsverletzungen, die in St. Petersburg aufgrund sexueller Orientierung passieren, klären auf und informieren.