Fischer: „Homo-Ehe am Standesamt“

Für Bundespräsident Heinz Fischer ist das Standesamt der Ort, an dem eine Eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule geschlossen werden sollte. In einem Interview mit dem heute erscheinenden Nachrichtenmagazin „profil“ meint Fischer: „Es gibt aus meiner Sicht kein gewichtiges Argument, diesen Wunsch nicht zu erfüllen.“

Eingetragene Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare sind für den Bundespräsidenten ein wichtiges Zeichen gegenüber Kreisen, die glauben, Homosexualität sei heilbar. „Ich wünsche mir, dass wir auch in Österreich die konstruktiven Diskussionen der letzten Jahre fortsetzen und mit konkreten Entscheidungen und Beschlüssen abschließen, und zwar dahingehend, dass die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen definitiv beendet wird“, erklärt Fischer. Auf Nachfrage des profil-Herausgebers Christian Rainer konkretisiert er „Das inkludiert eine Formalisierung vor den zuständigen Behörden.“

Fischer hat sich schon früher für die Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt. So hat er bereits 1995 als erster Nationalratspräsident Vertreter österreichischer Homosexuellenorganisationen getroffen. Im Jahr 2004 hat er in einem Interview mit Ö3 gesagt: „Mein Standpunkt ist, dass man Menschen, die eine gleichgeschlechtlich orientierte Beziehung haben, die auf Dauer angelegt ist, (…) von Diskriminierungen befreien muss und dieser Lebensform auch gleichwertige Entfaltungsmöglichkeiten geben muss.“