„Oscar“-Gala in Asien ohne Lesben und Schwule

Nicht nur der Österreichische Rundfunk unterschlägt seinen Zusehern Teile der politischen Botschaft der Oscar-Verleihung.

Doch während bei uns „nur“ die Rede von Drehbuch-Preisträger Dustin Lance Black nicht ausgestrahlt wurde, hat der zum konservativen Murdoch-Konzern gehörende Sender Star TV in seinen Wiederholungen die Rede von Black und Sean Penn zensiert: Jedes Mal, wenn die Wörter „schwul“ oder „lesbisch“ zu hören waren, wurde der Ton ausgeblendet.

Star TV empfangen 300 Millionen Menschen in 53 Ländern. Die Oscar-Übertragung brachte dem Sender Rekordquoten, vor allem in Indien und Taiwan. Jannie Poon, eine Sprecherin des Senders, erklärte, man müsse „die Empfindlichkeiten und Richtlinien“ aller Märkte beachten. Lesbischwule Aktivisten in Asien sind darüber empört. „Als Schwuler bin ich wirklich entrüstet. Hört auf, die Wörter zu zensieren, die beschreiben, wer ich bin“, fordert der prominente malaysische Kulturkritiker Pang Khee Teik. Auch in Internet-Foren gehen die Wogen über die Zensur hoch.

Die Sender von Rupert Murdoch sind allerdings dafür bekannt, Lesben und Schwule gegenüber eher negativ eingestellt zu sein. So gehört dem australischen Medienmogul in den USA der Sender Fox News, der als Sprachrohr der konservativen Republikaner gilt und massiv gegen die Homo-Ehe Stimmung gemacht hat.