„Siegessäule“ feiert Geburtstag

Das bekannteste Szenemedium Berlins feiert Geburtstag: Die „Siegessäule“ wird 25.

Begonnen hat die Geschichte im April 1984, als in Europas erstem schwulen Buchlanden, bei „Prinz Eisenherz“ in Berlin, ein Informationsheft für die Szene erscheint. Es ist nach einem phallusförmigen Denkmal im Tiergarten benannt – der Siegessäule. Das Magazin hat 16 Seiten, kostet eine Mark und erscheint in einer Auflage von 1.000 Stück. Aufmerksamkeit erregt damals die Berichterstattung über Aids, sie „Siegessäule“ leistet hier journalistisch Pionierarbeit.

In den 90ern wird das Magazin zum Leitmedium in Sachen Homopolitik: Von der Streichung des Schwulenparagraphen §175 und der damit verbundene Entkriminalisierung der Homosexualität in Deutschland bis zur Homo-Ehe. 25 Jahre „Siegessäule“ belegen den Wandel des schwulen, lesbischen und auch transsexuellen Lebens in der deutschen Hauptstadt. „Queer Berlin“ lautet der aktuelle Untertitel der Zeitschrift – heute ist sie das größte Szene-Stadtmagazin Europas.

Herzstück der „Siegessäule“ ist seit Beginn die „Goldelse“, der Terminkalender. Wurden in der ersten Ausgabe ganze 71 Termine gelistet, sind es jetzt monatlich über tausend, sortiert nach Rubriken wie Kultur, Party oder Sex – alle auch im Internet abrufbar.

Den 25. Geburtstag feiert die „Siegessäule“, die heute im Jackwerth-Verlag erscheint, stilgerecht mit 25 Events für ihre Leserinnen und Leser. Drei Monate lang serviert das Magazin schräge Aktionen, anspruchsvolle Konzerte, engagierte Gesprächsrunden und jede Menge Spaß-Termine: Queer Berlin vom Besten. „Ob Opernfan oder Partygänger, ob Muskelboy oder Butchlesbe – die ‚Siegessäule‘ ist für alle da“, sagt Chefredakteur Sirko Salka. Das Cover der Jubiläumsausgabe zeigt das deutlich: Ein bärtiger Lederkerl und eine blond gelockte Tunte beißen in die rosa Geburtstagstorte – gemeinsam.

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