Homo-Hetze in Tiroler Pfarrblatt

Kaum hat sich die Aufregung um die konservativen Ansichten des Leider-Nicht-Weihbischofs Gerhard Maria Wagner gelegt, gießt ein Tiroler Landpfarrer erneut Öl ins Feuer: Er vergleicht dabei Gegner des Zölibats sogar mit Adolf Hitler.

Wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, widmet der Pfarrer von Zell am Ziller, Dekan Ignaz Steinwender, in der aktuellen Ausgabe des Pfarrblattes der Verteidigung Wagners breiten Raum – inklusive Unterstützung des Salzburger Weihbischofs Laun und Kritik am Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser.

„Der Aufstand gegen Pfarrer Wagner ist ein Aufstand der toten Funktionärskirche gegen einen seeleneifrigen Hirten“, schreibt der Dekan im „Zillertaler Glaubensboten“. Unter dem Titel „Haben die Hirten ihre Schafe verlassen?“ kritisiert Steinwender Erzbischof Kothgasser. Dieser spricht sich unter anderem auch gegen die Ausgrenzung von Homosexuellen aus. Über Gegner des Zölibats meint er: „Viele Kirchenfeinde haben wie Adolf Hitler offensichtlich erkannt, dass der Zölibat der Kirche eine innere Stärke und Widerstandskraft gibt, die sie (Gott sei Dank vergeblich!) brechen wollten (…)“, zitiert die „Tiroler Tageszeitung“ aus dem Pfarrblatt.

Schützenhilfe bekommt der Dekan auch aus der eigenen Pfarre. So hetzt Pfarrgemeinderats-Obfrau Bettina Rahm in einem eigenen Beitrag gegen den ORF. Dem wirft sie nicht nur „mangelnde Seriosität“ oder eine „Hetzkampagne“ gegen Wagner vor. Außerdem meint sie, dass Übertragungen wie die des Life-Balls, der eine „Werbeveranstaltung für Homosexualität“ sei, Katholiken verletze und sie abstoße.