Spanien: Freispruch wegen Schwulenmordes, Haft wegen Brandstiftung

Ein grausamer Mord an einem schwulen Paar in Spanien endet doch nicht mit einem Freispruch – allerdings auch nicht mit einem Schuldspruch wegen Mordes.

Der Fall hat nicht nur in Spanien für Wirbel gesorgt: Der 30-jährige Jacobo P. hat ein schwules Pärchen in dessen Wohnung mit insgesamt 57 Messerstichen getötet und anschließend ein Feuer gelegt, um die Spuren zu verwischen. Im Februar sprachen die Geschworenen P. vom Vorwurf des Mordes frei: Ihrer Ansicht nach war es Notwehr, weil er Angst hatte, von den beiden Männern vergewaltigt und ermordet zu werden. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Entscheidung als „skandalös“ – weil man bei 57 Messerstichen wohl kaum von Notwehr sprechen könne. Beobachter vermuten, dass sich die Geschworenen von ihrem Schwulen-Hass leiten ließen.

Wegen der Brandstiftung sprachen die Geschworenen den Mann allerdings schuldig. Die zuständige Richterin verurteilte ihn deshalb jetzt zur Höchststrafe von 20 Jahren.

Staatsanwaltschaft und Nebenkläger reicht das nicht: Sie wollen den Fall trotzdem neu aufrollen lassen und so auch den brutalen Mord sühnen.