Schwuler Iraner in Deutschland von Abschiebung bedroht

Ein 29 Jahre alter Iraner könnte von Deutschland aus in seine Heimat abgeschoben werden. Das berichtet die Organisation „Iranian Queer Railroad“ (IRQR) mit Sitz im kanadischen Toronto. Eine Bestätigung aus anderen Quellen gibt es nach Angaben des Infoportals „queer.de“ noch nicht.

Mehdi N. soll 2007 über die Türkei nach Deutschland gekommen sein. Dort hat er dann seinen Asylantrag gestellt. Dieser wurde vom zuständigen Gericht mehrmals abgelehnt – zuletzt, weil er für den Richter nicht schwul genug aussah. Gegenüber IRQR hält das der junge Iraner für zynisch: „Im Iran war ich ständig damit beschäftigt, meine sexuelle Orientierung zu verleugnen. Jetzt in Deutschland ist es meine schwerste Aufgabe, diese zu beweisen“.

Da der Asylantrag von Mehdi N. abgelehnt wurde, muss er Deutschland verlassen. Ihm droht die Abschiebung in seine alte Heimat – und damit der Tod. Denn dort weiß man mittlerweile von seiner sexuellen Orientierung. Der Iraner erzählt, er wurde gezwungen, mit seinem Freund Sex zu haben. Das haben seine Freunde ohne sein Wissen mit dem Handy mitgefilmt und das Video unter Freunden und Familienmitgliedern verteilt.

„Iranian Queer Railroad“ unterstützt schwuler Iraner in der ganzen Welt. Auf ihrer Homepage gibt es vorgefertigte Protestschreiben an das deutsche Innen- und Justizministerium sowie an die Menschenrechtsbeauftragte des Europäischen Parlaments. Erst im Februar hatte die Europäische Kommission erklärt, dass Homosexuellen, die eine begründete Angst vor Verfolgung in ihrem Heimatland haben, in der EU Asyl gewährt werden muss.

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