Berlin: Plakate in Problemgebieten für mehr Toleranz

In Berlin hat Bürgermeister Klaus Wowereit die neue Plakatkampagne des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) vorgestellt. Auf drei verschiedenen Plakaten sind küssende Paare zu sehen – ein schwules, ein lesbisches und ein heterosexuelles Paar. Darunter steht der Slogan „Liebe verdient Respekt“. Außerdem wird die Homepage http://www.zeig-respekt.de/ beworben, auf der weitergehende Informationen zum Thema Homosexualität zu finden sind. Hintergrund der Kampagne ist die besonders unter Jugendlichen weit verbreitete Homophobie. In jüngster Zeit häuften sich Übergriffe auf Schwule und Lesben. Auch auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurden seit seiner Einweihung im Mai 2008 zwei Anschläge verübt.

Klaus Wowereit erklärte dazu in der Zeitschrift „Berliner Stimme“: „Dass ein Kuss zwischen zwei Menschen Hass und Gewalt hervorruft, ist traurig und nicht zu verstehen. Leider ereigneten sich in den vergangenen Monaten zahlreiche homophobe Hassverbrechen. Offenheit und Toleranz in der Gesellschaft müssen mit allen rechtstaatlichen Mitteln verteidigt werden.“

Deshalb wird die Kampagne auch von vielen Frauen- und Migrantenorganisationen oder schwul-lesbischen Vereinen unterstützt. Bis Ende des Jahres werden insgesamt 400 Großflächen plakatiert. Auch alle 464 weiterführen Schulen in Berlin bekommen Plakate, und auch in Jugendzentren und Behörden werden die insgesamt 21.000 Plakate aufgehängt. Schwerpunkt der Kampagne sind benachteiligte Gebiete wie zum Beispiel Nord-Neukölln und Moabit-West.

Inhaltlich eingebettet ist die Kampagne in ein Gesamtkonzept von Präventionsmaßnahmen wie zum Beispiel Aufklärungsarbeit in Schulen und Jugendzentren. Finanziert wird die Kampagne durch das Programm „Soziale Stadt“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Koschwitz Plakat GmbH hat einen Großteil der Werbeflächen gesponsert.

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