„Mutterschaftsurlaub“ für schwules Paar in Israel

Homosexuelle Paare bekommen in Israel noch mehr Rechte. Wie die Zeitung „Haaretz“ in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet, hat die Nationale Versicherungsanstalt (NII) erstmals einem gleichgeschlechtlichen Paar Elternurlaub bewilligt.

Yonatan Gher, Chef des Homo-Zentrums „Jerusalem Open House“, darf für 64 Tage seinem Arbeitsplatz fernbleiben. Seines biologischer Sohnes wurde von einer Leihmutter in Indien geboren. Sein Lebenspartner Omer, mit dem er seit sieben Jahren zusammen ist, will das Kind zusätzlich adoptieren, damit es auch offiziell als seines anerkannt wird.

Vor zwei Jahren hatten sie sich für eine In-Vitro-Fertilisation in einer Klinik im indischen Mumbai entschieden und dafür die Spenderin der Eizellen und eine Leihmutter ausgewählt. Nach der Geburt des Kindes im November 2008 ging Gher in Urlaub und beantragte bei der NII die Anerkennung des Mutterschaftsurlaubs. Er war überrascht, bereits nach wenigen Wochen eine positive Antwort zu erhalten.

Seine Anwältin Irit Rosenblum von der Organisation „Neue Familie“ lobt die Entscheidung der NII: „Dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur rechtlichen Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Familien in Israel. Bisher waren die Entscheidungen der Anstalt den Rechten und dem Wohlergehen von Kindern in solchen Familien abträglich“.

Noch ist unsicher, ob auch Ghers Partner Vaterschaftsurlaub erhält. Dieser Fall wird gerade in einem Arbeitsgericht verhandelt. In Tel Aviv ist zudem ein anderer Fall anhängig, in dem zwei Väter Vaterschaftsurlaub fordern, nachdem eine Leihmutter in den USA ihr Kind zur Welt gebracht hat.