Anti-Rassismus-Konferenz der UNO schützt keine Homosexuellen

Um die bevorstehende Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen nicht zu gefährden, wurde unter anderem auch die Diskriminierung von Homosexuellen aus der Abschlusserklärung gestrichen. Das hatten viele muslimische Staaten, afrikanische Länder und de Vatikan, der nicht einmal UNO-Mitglied ist, gefordert.

Außerdem geht der überarbeitete Entwurf auf Drängen des Westens nicht mehr auf den Nahost-Konflikt ein, streicht den Begriff „Verunglimpfung der Religion“ und auch Wiedergutmachungen für Sklaverei kommen nicht mehr vor. Er sei nun eine „solide Grundlage“ für die Fortsetzung der Verhandlungen, teilte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Mittwoch in Genf mit. Außerdem rief sie alle Staaten auf, keine „polemische Position“ einzunehmen und künftig zusammenzuarbeiten.

Die Durban-II-Konferenz soll vom 20. bis zum 24. April in Genf stattfinden. Ihr Vogänger, die erste UN-Konferenz zur Bekämpfung des Rassismus fand vor acht Jahren im südafrikanischen Durban statt. Die USA und Israel hatten damals heftig gegen den israelkritischen Ton auf der Tagung protestiert. Am Montag hatte die Europäische Union damit gedroht, ihre Teilnahme an der Anti-Rassismus-Konferenz wegen der „einseitigen Stellungnahmen gegenüber dem Nahost-Konflikt“ abzusagen. Die USA, Italien, Israel und Kanada haben sich bereits zurückgezogen.