Nigeria will Homosexualität de facto verbieten

Homosexualität soll in Nigeria noch strenger bestraft werden. Das berichtet das lesbischwule Internet-Radio „PRIDE1“.

So verbietet ein neuer Gesetzesentwurf nicht nur gleichgeschlechtliche Ehen, er stellt sie auch unter Strafe. Wer eine schwule oder lesbische Hochzeit durchführt oder als Gast dabei ist, riskiert bis zu fünf Jahren Haft.

In dem Entwurf wird eine „gleichgeschlechtliche Ehe“ als „Zusammentreffen von Personen mit gleichem Geschlecht“ bezeichnet, die „als Ehemann und Ehefrau zusammenleben oder jede andere Form einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft eingehen wollen“. Durch diese sehr offene Definition können Menschen nicht nur verhaftet werden, weil sie offen schwul oder lesbisch leben, sondern auch Unbeteiligte aufgrund bloßer Anschuldigungen. Außerdem kann ein solches Gesetz zur Rechtfertigung von Übergriffen auf Homosexuelle und Transsexuelle dienen.

Die Menschenrechtsorganisation „amnesty international“ zeigt sich deshalb sehr besorgt. Sie fordert die nigerianische Nationalversammlung auf, das Gesetz nicht zu beschließen: Dieses Gesetz würde die Bildung von Organisationen und die Kampagnen für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transsexuellen unmöglich machen, da öffentliche und private Treffen von und mit Homosexuellen illegalisiert wären. Als Mitglied des UN-Menschenrechtsrates ist die nigerianische Regierung verpflichtet, die Menschenrechte ihrer Bürger ohne Unterscheidung, einschließlich ihrer sexuellen Orientierung, nach höchsten Standards zu schützen und zu fördern, so amnesty.

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