HIV-Positive: Diskriminiert und sexuell frustriert

Mehr als ein Drittel der HIV-Positiven wurde wegen ihrer Infektion bereits diskriminiert – von Familienmitgliedern, Freunden oder Ärzten. Mehr als zwei Drittel haben Probleme mit ihrem Sexualleben. Das geht aus einer aktuellen Studie des Terrence Higgins Trust, einer britischen Aids-Organisation, und des Gesundheitsministeriums hervor. Etwa 1.800 HIV-positive Briten wurden für die Studie befragt, die Hälfte von ihnen davon schwul.

Marc Thompson vom Terrence Higgins Trust erklärt, wie Positive im Alltag diskriminiert werden: „In der Familie werden sie oft gehänselt oder ausgeschlossen. Es gibt viele Berichte darüber, dass Familienmitglieder etwa nicht Besteck mit Positiven teilen wollen. Es gibt auch Berichte, in denen Ärzte ihre Schweigepflicht gebrochen haben.“ Die Diskriminierung der schwulen Positiven geht der Studie zufolge oft mit Homophobie einher, bei Positiven mit einem ausländischen Hintergrund mit Fremdenhass. Das alles führte die Autoren der Studie zu dem Ergebnis, „dass HIV weit einschneidendere Folgen hat als vergleichbare chronische Krankheiten“, erklärt Peter Weatherburn von Sigma Research, das die Untersuchung durchgeführt hat.

Ein weiteres Ergebnis der Studie. Zwei Drittel der HIV-Positiven hat Probleme beim Sex, mehr als die Hälfte bewertet ihr Sexualleben als „nicht befriedigend“.