Ian McKellen: Nicht nackt im US-Fernsehen

Der offen schwule Kultschauspieler Sir Ian McKellen ist wütend auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen in den USA. Der Grund: Bei einer Fernsehübertragung seinen „König Lear“ haben die Verantwortlichen seinen Monolog herausgeschnitten, weil ihn der 69-Jährige hielt. In einem Interview beschwert er sich: „Der Kanal hat seine Regeln. Es ist okay, wenn man sieht, dass jemandem die Augen ausgestochen werden, aber es ist nicht in Ordnung, einen alten Mann ohne Hosen zu zeigen.“

McKellen spielt König Lear derzeit auf einer 18-monatigen Welttournee der Royal Shakespear Company. Das Tourleben gefällt ihm: „Es verlangt dir viel ab, aber es belohnt dich auch sehr. Nachdem ich es nun getan habe, würde ich es gerne wieder tun.“

Außerdem bereute der Schauspieler in dem Interview, dass er seine Homosexualität so lange geheim hielt: „Du magst dich selbst nicht. Es verdirbt dich von innen“, blickt er heute zurück. Öffentlich machte McKellen seine sexuelle Orientierung erst 1988 in einer Radiodiskussion der BBC über ein Gesetz, das es verbot, an britischen Schulen im Aufklärungsunterricht über Homosexualität zu reden.