Keine schwulen Kuschelnazis: Zeitungs-Satire schlägt Wellen im Internet

Einer satirischen Meldung der Berliner „tageszeitung“ gingen zahlreiche schwule und linke Medien auf den Leim. Unter dem Titel „Aufmarsch der Kuschelnazis“ berichtete die „taz“-Satireseite „die wahrheit“ über den fiktiven NPD-Funktionär Hubert Mölsen, der sich bei seinen Kameraden als schwul outet. „Bloß weil man schwul ist, heißt das nicht, dass man kein aufrechter Deutscher sein kann, der stolz auf sein Vaterland ist. Das Gegenteil ist richtig: Wir wissen, wie man für eine Überzeugung kämpft!“, wird der nicht exisitierende Mölsen zitiert.

Bei der Suche nach neuen Nachrichten haben dann aber offenbar ein paar Internet-Medien übersehen, in welcher Rubrik der „taz“-Homepage dieser Artikel erschienen war: „‚Die Wahrheit‘ ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit“, heißt es auf der Seite.

Trotzdem fand die Geschichte von Hubert Mölsen ihren Weg durchs Internet: Google listet den Namen elf Mal in Zusammenhang mit den „Kuschelnazis“ auf. Einerseits haben engagierte Seiten gegen Rechts wie Altermedia oder „Endstation rechts“ die Meldung übernommen, andererseits schwule Medien wie Shape FM, dessen Chefredakteur die Meldung auch ausführlich kommentiert. Das Portal blu.fm hat die Meldung mittlerweile wieder gelöscht, das schwullesbische Internetradio PRIDE1 erkannte hingegen die Satire.

Und sogar die SPD im ostdeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zitiert die „rosa Revolte“ – vielleicht gibt es bei so viel Echo ja wirklich eines Tages schwule Rechte, die sich outen wollen.

Links zum Thema