Todesstrafe für Schwule auch im Irak

Nach dem Sturz Saddam Husseins wurden schwule Männer im Irak von religiösen Fundamentalisten gejagt und ermordet – jetzt droht ihnen auch noch die Todesstrafe. Das berichtet eine in London ansässige Gruppe irakischer Lesben- und Schwulenaktivisten. „Wir haben Informationen erhalten, dass Mitglieder unserer Gemeinschaft, die verhaftet wurden, auf ihre Hinrichtung warten. Ihnen wird Homosexualität zur Last gelegt“, erklärt Ali Hili von Iraqi-LGBT.

In seiner Heimat ist die Organisation verboten: „Durch Razzien der irakischen Polizei und des Innenministeriums sind seit 2005 17 Mitglieder spurlos verschwunden.“ Nach Informationen von Iraqi-LGBT sollen insgesamt 128 zum Tode verurteile Gefangene hingerichtet werden, zwanzig pro Woche. Zuvor wurden die Gefangenen gefoltert.

Eine offizielle Bestätigung dieser Angaben gibt es nicht. Schon in den letzten Jahren hat die irakische Regierung dementiert, Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Orientierung zum Tod verurteilen zu lassen. Mehrere Lesben- und Schwulengruppen berichteten allerdings von „sexuellen Säuberungen“ durch schiitische Milizen, die dem iranischen Regime nahe stehen.