Irak: Sechs Schwule vom Familienclan erschossen

Im Irak sind in den letzten zehn Tagen sechs schwule Männer von ihren eigenen Stammesangehörigen umgebracht worden. Das berichtet der amerikanische Nachrichtensender CNN.

Am Donnerstag wurden im Bagdader Stadtteil Sadr City zwei Männer erschossen, nachdem sie von ihren Verwandten verstoßen wurden. Das bestätigte ein Vertreter des irakischen Innenministeriums. Die Ermordung wurde offenbar bei einem Stammestreffen beschlossen, das knapp vor den Schüssen stattgefunden hat.

Bereits am 26. März wurden vier Männer in Sadr City erschossen, ebenfalls, nachdem sie von ihren Verwandten verstoßen wurden. Auch das hat der Sprecher des Innenministeriums CNN bestätigt. Er wollte aber nicht namentlich genannt werden.

Zeugen zufolge wurde in Sadr City auch ein Café in Brand gesetzt, das als beliebter Treffpunkt für Schwule galt.

Seit dem Sturz von Saddam Hussein leben Schwule im Irak gefährlicher als zuvor – das liegt am Erstarken von religiösen Hardlinern und dem Wiedererstarken der Stammesstrukturen in dem arabischen Land.