„No Angels“-Sängerin: Kritik an Verhaftung

Scharfe Kritik an der Verhaftung von No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa übt die Deutsche Aids-Hilfe (DAH). Benaissa wurde am Wochenende in einer Disco verhaftet, weil sie Sex-Partner mit dem HI-Virus angesteckt haben soll. Die Untersuchungshaft wurde wegen „Wiederholungsgefahr“ verhängt. Das kann ihr Anwalt Christian Schertz nicht verstehen: „Für ein aktuelles strafrechtliches Verhalten unserer Mandantin gibt es keine irgendwie gearteten Anhaltspunkte.“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Wie das deutsche Infoportal „queer.de“ berichtet, fordert auch DAH-Frauenreferentin Marianne Rademacher die Freilassung der Sängerin: „Ihre Verhaftung ist nach Einschätzung der uns bisher vorliegenden Informationen eine unverhältnismäßige Aktion der hessischen Justiz.“

Die Medien fordert Rademacher auf, sachlich über den Fall zu berichten und die 26-Jährige nicht vorzuverurteilen. „Die Verantwortung für den angeblich ungeschützten Sexualverkehr wird allein Frau Benaissa zugeschoben, ohne nach der Mitverantwortung ihrer Sexualpartner zu fragen. Die deutsche Politik der HIV- und Aidsbekämpfung wird aber gerade deshalb als beispielhaft betrachtet, weil sie von der Verantwortung jedes einzelnen, von der Solidarität und der Bekämpfung jeder Art von Stigmatisierung ausgeht“, so die DAH-Frauenreferentin.

Der Fall machte international Schlagzeilen – sogar Promi-Blogger Perez Hilton berichtet über die Verhaftung der Sängerin. Die „Bild“-Zeitung hatte einen angeblich Betroffenen im Interview.