Amerikaner wollen schwules Kinderbuch verbieten

Ein Kinderbuch über ein schwules Pinguinpaar, dass ein Küken aufzieht, führt die Liste der Bücher an, die die meisten Amerikaner verboten haben möchten. Das geht aus einer Liste hervor, die die American Library Association (ALA) seit zwanzig Jahren veröffentlicht, um auf das Recht auf Lesefreiheit aufmerksam zu machen.

„And Tango Makes Three“ von Justin Richardson und Peter Parnell erzählt eine wahre Geschichte – trotzdem lehnen viele Amerikaner das von Pädagogen empfohlene Kinderbuch als zu schwulenfreundlich, familien- und religionsfeindlich ab. Für Deborah Caldwell-Stone, die die Abteilung für intellektuelle Freiheit der ALA leitet, kein Wunder: „Bücher, in denen es um gleichgeschlechtliche Eltern oder Beziehungen geht, sind besonders umstritten in den USA. Bei ‚And Tango Makes Three‘ glauben viele Eltern, es ist nicht angebacht, Kindern alles über homosexuelle Beziehungen zu erzählen – sogar als Bilderbuch, das eine wahre Geschichte erzählt“, sagt Caldwell-Stone der britischen Zeitung „The Guardian“.

Aus der Liste der Bücher, die US-Bürger am liebsten verbannen würden, sind einige Klassiker geflogen – von Mark Twains „Abenteuer des Huckleberry Finn“, das wegen Rassismus in der Kritik steht, bis hin zu Alice Walkes „Die Farbe Lila“, das vielen Amerikanern zu eindeutig (homo-)sexuell ist.