Hoher Republikaner für Homo-Ehe

Einer der wichtigsten Vordenker der Republikaner setzt sich dafür ein, dass Homosexuelle in den USA heiraten können.

Steve Schmidt, der die Wahlkampagne von Präsidentschaftskandidat John McCain geleitet hat, sagte bei einer Rede vor den Log Cabin Republicans, der lesbischwulen Gruppierung der Republikaner, dass die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule dem konservativen Prinzip entspricht, die Menschen mit möglichst wenig staatlichen Regeln selbst entscheiden zu lassen.

„Ich glaube, dass Konservative – mehr als Liberale – verlangen, dass Rechte mit Pflichten einhergehen. Keine andere Handlung, die jemand selbst setzen kann, bringt mehr Pflichten als die Ehe. In einer Ehe sind zwei Menschen vollkommen füreinander verantwortlich. Und wenn man diese Pflichten nicht akzeptieren will, sollte man keine Ehe eingehen, und da macht es keinen verdammten Unterschied, ob man hetero- oder homosexuell ist“, so Schmidt.

Eine Öffnung der konservativen Republikaner in dieser Frage ist für Schmidt auch eine Überlebensfrage der Partei: „Die Leute laufen uns in Scharen davon, wenn sie die Intoleranz sehen, die in der Partei herrscht“, sagt er dem Nachrichtensender CNN. Mit einem Befürworten der Homo-Ehe könnten die Republikaner auch eine jüngere und tolerantere Wählerschicht ansprechen.

Dabei weiß er, dass die Mehrheit in seiner Partei eine andere Meinung hat: „Ehrlich gesagt, erwarte ich nicht, dass die Partei ihre negative Haltung zur gleichgeschlechtlichen Ehe bald überdenkt. Ich sehe auch nicht, dass eine Mehrheit der Bevölkerung sie befürwortet“, sagte er den schwulen Republikanern.

Für seinen Meinungsumschwung hat Schmidt einen guten Grund in der eigenen Familie: „Was meine Ansichten wirklich verändert hat, ist, dass ich eine lesbische Schwester habe. Wenn die Amerikaner homosexuelle Paare kennenlernen, homosexuelle Familienmitglieder oder Arbeitskollegen haben, merken sie, dass diese Beziehungen tief sind und wert, respektiert und geschützt zu werden“, erklärte er CNN.

Und auch, wenn sich die Republikaner gegen die Homo-Ehe in den USA aussprechen, haben etwa 30% der Lesben und Schwulen bei der letzten Präsidentenwahl für den Republikaner John McCain gestimmt. Der Hauptgrund dafür ist, dass diese sich für einen möglichst schlanken Staat aussprechen.