Connecticut beschließt Homo-Ehe

Seit gut einem Jahrzehnt haben Bürgerrechtler im amerikanischen Bundesstaat Connecticut für die Homo-Ehe gekämpft – jetzt haben sie diesen Kampf gewonnen. Beide Häuser des Parlaments haben beschlossen, Lesben und Schwule die Eheschließung zu ermöglichen.

Das Gesetz wurde mit 28:7 Stimmen im Senat und mit 100:44 Stimmen im Repäsentantenhaus angenommen. Die republikanische Gouverneurin Jodi Rell hat angekündigt, das Gesetz unterschreiben zu wollen. Rell hat bereits 2005 ein Gesetz unterzeichnet, das Eingetragene Partnerschaften erlaubt und damals betont, eine Ehe könne ihrer Meinung nach nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden.

Mit dem Gesetz reagiert die Politik – genau wie in Kalifonien – auf ein Gerichtsurteil: Das oberste Gericht des Bundesstaates hat vor einem halben Jahr beschlossen, dass auch homosexuelle Paare das Recht haben, heiraten zu können.

Damit hätten schwule und lesbische Paare auch ohne das Gesetz eine Ehe eingehen können, so wird aber ein fließender und reibungsloser Übergang von den Eingetragenen Partnerschaften zu den Eheschließungen gewährleistet: Sie werden mit 1. Oktober 2010 automatisch umgewandelt. Religiöse Organisationen nach dem Gesetz davon befreit, homosexuelle Paare trauen zu müssen oder ihnen bei der Trauung behilflich zu sein.

„Wir wollten klarstellen, dass der Staat Connecticut nicht nur das Recht gleichgeschlechtlicher Paare zu heiraten unterstützt, sondern auch die Rechte und den Schutz zur freien Religionsausübung“, sagte der demokratische Senator Andrew McDonald. Und auch die offen lesbische Abgeordnete Beth Bye, die vor kurzem ihre Partnerin geheiratet hat, bedankte sich bei ihren Kollegen: „Ich bin dankbar, dass das Gesetz allen Ehen in Connecticut den Respekt und die Würde gibt, die sie verdienen.“