Uganda: Zeitung stellt Lesben und Schwule an den Pranger

Eine Boulevardzeitung hat in Uganda dutzende Schwule und Lesben geoutet. In ihrer Sonntagsausgabe hat „The Red Pepper“ ihre Namen, Berufe, Beschreibungen, HIV-Statusse und Partner veröffentlicht. Die Betroffenen sind nun in Lebensgefahr – Uganda gilt für Homosexuelle als eines der gefährlichsten Länder der Welt.

Die Zeitung beschreibt ihren Hetzartikel als „Aufsehen erregendes Meisterwerk, das im Wesentlichen die schamlosen Männer und unverfrorenen Frauen von Uganda aufdeckt, die vorsätzlich die westlichen Übel über unsere geliebte und heilige Gesellschaft gebacht haben.“ Die Betroffenen beschreibt die Zeitung mit drastischen Worten: „Sie haben die schwulen und lesbischen Laster in den Schulen verbreitet, um die Moral unserer geliebten Kinder zu beseitigen!“

Um das Wohl seiner Leser besorgt, empfiehlt das Blatt, Menschen mit Bluthochduck, die „erschütternde Liste“ zu überblättern. Erschütternd sind die Details allerdings, mit denen die Zeitung die Homosexuellen des Landes an den Pranger stellt: „Er reist viel, besonders geschäftlich in die USA. Dieser Homo-Star wohnt in Ntinda“, lautet eine Beschreibung. Und dieser Bericht dürfte erste der Anfang gewesen sein: Für ihre nächste Ausgabe kündigt „The Red Pepper“ „mehr schockierende Sachen, die sie nicht über Homos wussten“ an.

Der Artikel reiht sich zu einigen Vorfällen, die Lesben und Schwule in Uganda in den letzten Monaten erleiden mussten. So hat Ethikminister James Buturo im Oktober 2008 öffentlich befürchtet, die Verbreitung von Homosexualität würde die Bevölkerung des afrikanischen Landes schrumpfen lassen. „Wir wissen, dass sich Homosexuelle nicht vermehren“, sagte er damals. Außerdem bekam die Polizei mehr Befugnisse, gegen Lesben und Schwule vorzugehen.