Misshandelte Lesben schweigen aus Angst vor Outing

Weil sie Angst haben, sich zu outen, suchen viele Lesben keine Hilfe, wenn sie die eigene Freundin schlägt. Das geht aus einer Studie der Universität von Derby hervor. Der Studie zufolge hat Missbrauch in lesbischen Beziehungen viele Gesichter: Körperliche Gewalt, sexuelle Nötigung und emotionale Misshandlungen kommen in solchen Beziehungen vor.

Fast neunzig Prozent der Betroffenen erlebten körperlichen Missbrauch wie Ohrfeigen, Tritte oder Schläge. 45 Prozent wurden zu Sex genötigt, zehn Prozent von der eigenen Partnerin vergewaltigt.

Dreizehn Prozent der Befragten drohte die Partnerin, sie bei Freunden, Familie und Arbeitskollegen zu outen.

Die Leiterin der Studie, Dr. Rebecca Barnes, erklärt: „Die Ergebnisse zeigen, dass der Missbrauch von Frauen in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung ähnlich dem Missbrauch in einer heterosexuellen Beziehung ist.“ Einer der Unterschiede ist die Drohung, geoutet zu werden: „Einige der Teilnehmerinnen hatten jahrelange Beziehungen, von denen ihre Familie oder Arbeitskollegen nichts wussten, oder nur ein paar enge Freunde bescheid wussten. Das war besonders bei Frauen der Fall, deren erste gleichgeschlechtliche Beziehung es war“

Besonders dramatisch: Jede fünfte Befragte hatte während der Beziehung Selbstmordgedanken oder überlebten einen Selbstmordversuch. „In einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft zu sein, wirft zusätzliche Barrieren auf, effektive Unterstützung zu suchen und zu finden“, so Barnes weiter. Denn nur die wenigsten Opfer gingen zur Polizei oder wandten sich an einen Frauen-Notruf.

Für die Studie wurden vierzig Frauen zwischen 21 und 70 Jahren, die selbst Missbrauch erlebt haben, genauer untersucht. Damit ist es die genaueste Studie über Missbrauch in lesbischen Beziehungen.

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