Amsterdamer Problembezirk soll homofreundlich werden

In den letzten Jahren ist der Amsterdamer Bezirk Slotervaart immer wieder in die Schlagzeilen gekommen: Vor allem junge Männer mit marokkanischen oder türkischen Wurzeln haben Schwule verprügelt und dies mit ihrer religiösen Überzeugung begründet haben.

Das will Ahmed Marcouch, Bezirksvorsteher von Slotervaart, beenden. Er will mit ungewöhnlichen Maßnahmen die Toleranz in dem vor allem von Zuwanderern bewohnten Viertels erhöhen.

In einem Interview mit dem „NRC Handelsblad“ erklärt der Sozialdemokrat: „Die Freiheit von Lesben und Schwulen ist meine Freiheit, und meine Freiheit ist die Freiheit von Lesben und Schwulen.“ Darum will er in der Volksschule Toleranzklassen einführen, Fußballturniere zwischen schwulen Mannschaften und Einwanderer-Teams organisieren.

Marcouch schlägt außerdem vor, die Canal Pride, eine der größten Lesben- und Schwulenparaden der Welt, in Slotervaart zu starten. Das ginge organisatorisch nicht, sagen die Veranstalter. Sie bieten dem Bezirk aber einen Platz auf dem ersten Boot an: „Wenn die Parade nicht nach Slotervaart kommen kann, soll Slotervaart eben zur Parade kommen“, meint Organisator Frank van Dahlen.

Außerdem würde sich der Bezirksvorsteher über ein Schwulen- oder Lesbenlokal in Slotervaart freuen: „Wenn man sich einmal kennengelernt hat, können Spannungen zwischen Homosexuellen und Einwanderen abgebaut werden“, so der 39-Jährige.

Der einzige bekannte schwule Treffpunkt Slotervaarts ist derzeit der Vondelpark – dort hat die Polizei cruisen offiziell erlaubt, um Schwule besser vor Gewalt schützen zu können.