Fast 20.000 HIV-Infizierte im Iran

Fast 20.000 Iraner sind HIV-positiv. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur INSA unter Berufung auf das iranische Gesundheitsministerium. Mehr als 1.000 Menschen haben sich seit Dezember 2008 infiziert, bei mehr als 1.800 Infizierten ist die tödliche Immunschwäche AIDS bereits diagnostiziert worden, über 3.000 Menschen sind im Iran bereits an den Folgen von AIDS gestoben. 93 Prozent aller positiv Getesteten sind Männer, fast drei Viertel der Infektionen erfolgt durch intravenösen Drogenkonsum.

40 Prozent der Neuinfizierten sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. Da ein Großteil der iranischen Bevölkerung in dieser Altersgruppe ist, befürchtet das Gesundheitsministerium, dass die HIV-Infektionen durch sexuelle Übertragung in den nächsten Jahren epidemische Ausmaße annehmen könnten. 13 Prozent der Infektionen wurden durch Sex übertragen. Aufklärung ist praktisch unmöglich, da außerehelicher Geschlechtsverkehr im Iran verboten ist und auf homosexuelle Kontakte die Todesstrafe steht. Deswegen ist auch die Bereitschaft, sich testen zu lassen, äußerst gering. Deshalb geht das iranische Gesundheitsministerium von einer viermal höheren Dunkelziffer aus, demnach gäbe es in dem Land etwa 100.000 Infizierte.