Moskauer Behörden drohen Homo-Aktivisten

Lesben- und Schwulenkundgebungen in Moskau am Rande des Eurovision-Songcontests am 16. Mai könnten in einem Blutbad enden. Ein Polizeisprecher warnte Organisatoren und Teilnehmer eindringlich: „Versuche einer unbefugten Kundgebung der sexuellen Minderheiten in Moskau werden hart, aber im Rahmen der russischen Gesetze unterbunden“. Bereits im März hatte der als schwulenfeindlich geltende Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow angekündigt, dass Schwule und Lesben damit rechnen müssten, bei öffentlichen Auftritten von Verwaltung und Polizei „nicht geduldet“ zu werden.

Nikolai Alexejew, Organisator der Lesben- und Schwulendemonstration, lässt sich aber dadurch nicht beirren. Er hat angekündigt, dass man am 16. Mai das in der Verfassung garantierte Versammlungsrecht ausüben wolle. Zum ersten Mal will er dabei mit Schwulen und Lesben aus Weißrussland zusammen unter dem Namen „Slavic Pride“ demonstrieren. Eine Bezeichnung, die auch von russischen Rechten genutzt wird.

Die aktuellen Warnungen des Polizeisprechers sind nicht die ersten: Erst im März bezeichnete der Moskauer Polizeichef Vladimir Pronin die Demonstationen „nicht akzeptabel“. Er meinte, dass sich niemand zu dieser Demo trauen würde, weil die Teilnehmer „in Stücke gerissen“ würden: „Der Westen kann uns als Bad Guys bezeichnen, aber unsere Leute werden sehen, dass es richtig ist, was wir machen“, so Pronin damals.

In den letzten Jahren wurden die Kundgebungen immer entweder von der Polizei gewaltsam aufgelöst oder die Teilnehmer wurden von Rechten verpügelt, ohne dass die Polizei eingeschritten wäre. Zu den Opfern gehören auch ausländische Lesben- und Schwulenaktivisten wie HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler, der deutsche Grüne Volke Beck oder der britische Aktivist Peter Tatchell.