Peter Schieder bekommt Preis lesbischwuler Juristen

Eine hohe Auszeichnung wurde Peter Schieder, ehemaliger Nationalrat, Mitglied des Kuratoriums des „Rechtskomitee Lambda“ (RKL) und Ehrenpräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, zuteil. Er wurde in West Hollywood mit dem Karl-Heinrich-Ulrichs-Award der „International Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender & Intersex Law Association“ (ILGLaw) ausgezeichnet.

Dieser Preis wird alle drei Jahre an Personen verliehen, die sich besondere Verdienste um die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen oder Transgender/Intersexpersonen erworben haben.

Er ist nach Karl-Heinrich Ulrichs benannt, dem ersten offen schwulen Juristen. Als er auf dem deutschen Juristentag in München forderte er 1867 erstmals öffentlich, dass Homosexualität nicht mehr bestraft werden sollte. Daraufhin gab es im Saal einen riesigen Tumult, die restliche Rede Ulrichs ging unter. Schließlich musste er nach Italien ins Exil, wo er verarmt verstarb. Auf seinem Grabstein in L’Aquila steht die lateinische Inschift „exul et pauper“ – auf Deutsch „verbannt und verarmt“.

Auf diese Worte bezog sich Schieder in seiner Dankesrede: „Keine Lesbe, kein Schwuler, kein Bisexueller und kein Transgender darf in unserer Gesellschaft mehr das Schicksal‚ ‚exul et pauper‘ erleiden, bloß weil er oder sie (oder keinem Geschlecht zugehörig) schwul, lesbisch, bisexuell, transgender oder intersex ist. Und das sicher zu stellen, ist nicht ihre Aufgabe – es ist die Aufgabe von allen, denen Gleichheit, Recht und Menschenrechte ein Anliegen sind“, so Schieder.