Polnische Studenten organisieren Homo-Heiler Kongress

An der katholischen Kardinal-Wyszynski-Universität findet zur Stunde ein Kongress zum Thema Homosexualität statt. Die Studenten, die an dem Kongress teilnehmen wollen, wurden dafür freigestellt. Die Beiträge der Vortragenden sind aber eher homophob und menschenverachtend als konstruktiv.

Organisiert wird der Kongress von der Studentenvereinigung: „Wir stellen die Frage, wie man homosexuelle Neigungen ändern kann“, erklärt Marcin Musial, der der Vereinigung angehört. Prorektor Marek Kowalski, der die teilnehmenden Studenten vom Unterricht befreite, findet daran nichts Schlechtes: „Wir zensieren Studentenvereinigungen nicht“, sagte er der „Gazeta Wyborcza“.

Dem entsprechend liest sich auch die Liste der Vortragenden. So tritt unter anderem der US-Psychologe Paul Cameron auf: Das Plakat der Veranstaltung wirbt mit einem Zitat von ihm, wonach ein Drittel der pädophilen Straftaten von Homosexuellen begangen würden. Auf der Homepage des von ihm geleiteten „Family Research Institute“ heißt es unter anderem: „Wir haben einen großen Fehler begangen, als wir homosexuelle Handlungen entkriminalisiert haben.“

Außerdem nimmt die polnische Psychologin Jolanta Prochniewicz an dem Kongress teil. Sie beschäftig sich mit der „Heilung“ von Homosexuellen. Bei einer Diskussion 2003 erklärte sie, Homosexuelle „funktionieren nicht richtig in der Gesellschaft“.

Unter Experten sorgt die Veranstaltung für Kopfschütteln: „Vom Heilen von Homosexualität zu reden ist Unsinn“, zeigt sich der Vize-Vorsitzende der Polnischen Gesellschaft für Sexualforschung, Wieslaw Czernikiewicz, über den Kongress entsetzt. Die sexuelle Orientierung unterliege keiner Bewertung, so der Forscher. Homosexuelle Studenten an der Universität fühlten sich wiederum „schrecklich“ wegen der Veranstaltung, teilte einer von ihnen anonym der Zeitung „Gazeta Wyborcza“ mit.

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