Berliner Kiss-In gegen homophoben Eisdielenwirt voller Erfolg

Zu einem vollen Erfolg wurde der spontan organisierte Protest gegen einen mutmaßlich schwulen- und lesbenfeindlichen Eisdielenbetreiber im Berliner Nollendorfviertel.

Ihm wird vorgeworfen, vor allem küssende schwule und lesbische Paare beschimpft und beleidigt zu haben. Deshalb haben sich am Samstag nach Angaben der Polizei rund 1.000 Schwule und Lesben, Bisexuelle, Transen und Heterosexuelle haben sich vor der Eisdiele „Dolce Freddo“ versammelt, um mit einem „Kiss-In“ gegen den homophoben Betreiber des Salons zu protestieren.

Vor kurzem soll er auch einen jungen Schwulen körperlich angegriffen haben. Daraufhin hatten engagierte Schwule und Lesben in Internetplattfomen wie Facebook oder Gayromeo das Kiss-In organisiert. Geküsst haben sich allerdings nur etwa 50 Paare – aufgund der Menge der Teilnehmer wurde daraus eher eine Demonstration, die auch von Berliner Partyveranstaltern und den Grünen unterstützt wurde.

Die Aktion zeigt Erfolg: Nach etwa einer Stunde schloss der Verkäufer sein Geschäft unter dem Applaus der Demonstranten. Der Nachrichtenagentur dpa gegenüber erklärt der Wirt die Vowürfe: „Nachdem die beiden Mädchen etwa 20 Minuten lang geküsst und gelutscht hatten, habe ich sie gebeten, zu gehen – aus Respekt den anderen Gästen gegenüber.“ Die Vorwürfe, schwulen- und lesbenfeindlich zu sein, wies er von sich. „Das ist alles ein Alptraum. Ich arbeite seit 25 Jahren inmitten von Schwulen und Lesben. Wenn ich etwas gegen die hätte, hätte ich den Platz längst verlassen.“ Allerdings liegen der Polizei zwei Anzeigen wegen Beleidigungen und eines tätlichen Übergriffs vor. Dem lesbisch-schwulen Überfalltelefon „Maneo“ sind von 2007 bis 2009 sechs Beleidigungen und ein Übergriff des Eisdielenbetreibers gemeldet worden.

Links zum Thema