Schwule Beziehung hatte Nachspiel am Landesgericht

Am Wiener Straflandesgericht wurde heute das Ende einer schwulen Liebe vehandelt: Ein 46-jähriger Maurer musste sich vor der Richterin verantworten, weil er seinen 28-jährigen Ex-Freund über Monate mit bis zu zwanzig Anrufen pro Tag belästigt haben soll. Der Mann gestand das Stalking. Seitdem gegen ihn Anzeige erstattet wurde, hat er sich aber nicht mehr bei seinem Verflossenen gemeldet.

Über die näheren Umstände der Trennung ist er sich mit seinem Ex-Freund aber offenbar noch immer nicht einig und lieferte sich mit ihm vor Gericht ein Wortgefecht.

So erklärte zunächst der 46-jährige, er habe den jungen Mann in der Disco kennengelernt und wäre mit ihm eine „ernsthafte Beziehung“ eingegangen. Diese habe er allerdings zu seinem Bedauern beenden müssen: „Er geht am Männerstrich, leider. Das habe ich nicht gewusst. Ich war wohl zu naiv.“

Das wollte der jüngere Mann nicht auf sich sitzen lassen. Er wies die Vorwürfe seines Ex-Freunds scharf zurück und erklärte, dass er die Beziehung beendet habe: „Er war zu eifersüchtig. Er ist einfach verrückt geworden.“

Das hat der Maurer offenbar nicht verkraftet: Er hat seinen Ex-Freund ständig angerufen, ihn am Telefon beleidigt und beschimpft. Einmal sei der 46-Jährige vor der Tür seines Ex gestanden, habe geklopft und geläutet: „Ich musste die Polizei holen und ihn abführen lassen.“ Worauf dem Angeklagten ein seufzendes „Oh Gott“ entglitt.

Die Richterin hat sich entschlossen, das Strafverfahren außergerichtlich zu einigen: Wenn der bisher unbescholtene Angeklagte in den nächsten drei Jahren den 28-Jährigen weiter in Ruhe lässt, legt die Staatsanwaltschaft die Anzeige zurück.