Russische Lesben durften nicht heiraten

Wie erwartet ist die erste lesbische Ehe Russlands vorerst gescheitert. Jetzt wollen die beiden Frauen eine Lücke im russischen Ehegesetz ausnützen.

Wie „QueerNews“ unter Berufung auf die „Moscow Times“ berichtet, waren Irina Shepitko und Irina Fedotova-Fet gestern vor dem Standesamt erschienen um sich unter großem Medieninteresse das Ja-Wort zu geben. Allerdings wies die Standesbeamtin diese Absicht zunächst aus formalen Grünen zurück: Im Gesetz werde die Einwilligung eines Mannes und einer Frau verlangt – außerdem hätten die Formulare nur Felder für „er“ und „sie“. Der Moskauer Lesbischwulen-Aktivist Nikolai Alexeyev konnte die Frau schließlich davon überzeugen, den Eheantrag formlos auf einem Blatt Papier entgegenzunehmen. Eine Stunde später wurde der Antrag offiziell abgewiesen.

Jetzt wollen Shepitko und Fedotova-Fet wie geplant im Sommer in Toronto heiraten. Homosexuelle Ausländer können in Kanada seit 2005 heiraten, diese Ehe wäre nach russischem Recht ebenfalls gültig.

Für das Paar aus dem Süden Russlands ist die gleichgeschechtliche Ehe ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der „gefährlichen“ Situation von Homosexuellen im Land: „Wenn die Gesellschaft mehr von uns mitbekommt und sieht, dass wir ’normal‘ sind, würde sich auch die Situation am Arbeitsplatz verbessern, die Dinge würden einfacher für uns werden“, sagte Shepitko der Presse

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