„Baltic Pride“ in Riga doch verboten

Der für Samstag geplante „Baltic Pride“ in Riga darf doch nicht stattfinden. Die Regierung der lettischen Hauptstadt hat ihre erst letzte Woche getroffene Entscheidung widerrufen, den von der lettischen Lesben- und Schwulen-Organisation „Mozaika“ geplanten Umzug doch zu gestatten. „Mozaika“-Vorsitzende Linda Freimane will das Verbot jetzt gerichtlich bekämpfen.

In den letzten Jahren sorgte die Parade in Riga für Aufregung: Im Jahr 2005 musste die Genehmigung in letzter Minute erzwungen werden. 2006 durften nur ein Gottesdienst und ein Seminar stattfinden, 2007 und 2008 wurden die Umzüge von den Behörden in eingeschränkter Form zugelassen. Dabei kam es jedes Mal zu schwulenfeindlichen Störaktionen und handgreiflichen Attacken von rechten und kirchlich-konservativen „Gegendemonstranten“.

Ausländische Politiker wie die derzeitige EU-Spitzenkandidatin der österreichischen Grünen, Ulrike Lunacek, und andere bekannte Persönlichkeiten wie die ehemaligen Mitglieder von ABBA haben die Vorfälle in Riga und die lesben- und schwulenfeindliche Grundhaltung in der lettischen Politik mehrfach scharf kritisiert.