„Lunacek Kampflesbe, die wegen ihrer peruanischen Freundin nach Brüssel will“

Die Wahlkampfmethoden der FPÖ haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der Tageszeitung „Der Standard“ liegt eine 90-seitige Argumentationsanleitung für Funktionäre und Wahlhelfer vor, in denen Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek als „Kampflesbe“ bezeichnet wird.

Weiters heißt es in dem internen Papier der Freiheitlichen über Lunacek: „Mit ihr haben die Grünen wieder auf eine ultralinke und militant-feministische Linie eingeschwenkt und setzen überdies auf Randgruppen-Vertretung, da Lunacek sich explizit als Lobbyistin für Schwulen- und Lesbenrechte versteht. Dass dem Vernehmen nach ihre peruanische Lebensgefährtin in Brüssel lebt, dürfte bei Lunaceks Engagement keine Rolle spielen.“

Wendelin Mölzer, Verfasser des Papiers und Sohn des EU-Spitzenkandidaten Andreas Mölzer, relativiert die Inhalte gegenüber dem „Standard“: „Auch wir werden von den anderen Parteien mitunter als Neonazis diskreditiert und denunziert. Das ist Teil der politischen Kultur auf allen Seiten.“

Er selbst würde allerdings den Begriff „Kampflesbe“ für Lunacek nicht verwenden, fügt Mölzers Junior hinzu. „Das ist nicht meine Diktion“, erklärt der 29-Jährige. In dem Papier seien „Inhalte dabei, die auch von der Partei vorgegeben wurden. Aber ich weiß nicht, aus wessen Feder der Ausdruck stammt.“ Als Autor ist allerdings er angeführt.

Lunacek selbst hat zu dem Schmutzkübelpapier bis jetzt noch keinen Kommentar abgegeben. Die Beschimpfung als „Kampflesbe“ dürfte an der Grünen Spitzenkandidatin jedoch abprallen. Funktionären zufolge ist sie stolze Trägerin einer rosa Umhängetasche – mit der Aufschrift „Kampflesbe“.

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