Doku über Wiener Schwulenbewegung entsteht

Am 28. Juni 1969 um 1:20 Uhr fand im New Yorker Szenelokal „Stonewall Inn“ eine Razzia statt – der Startschuss der modernen Schwulenbewegung. Aber was geschah eigentlich seither in Wien? Dieser Frage geht das Projekt „Stonewall in Wien – 1969-2009 – Chronologie der lesbisch-schwulen-trangender Emazipation“ nach, das gemeinsam von den Grünen Andersrum Wien, dem Kulturverein QWIEN und der „Queer Lounge“ im Wiener Kabelkanal „Okto“ erarbeitet wird.

Gemeinderat Marco Schreuder erklärt die Notwendigkeit des Projekts: „Viele junge Lesben, Schwule und Transgender kommen mittlerweile in eine vorhandene Infrastruktur und sind in Netzwerken sozialisiert, in der ein selbstverständlicher Umgang mit Homo-, Bi- und Transsexualität gepflegt wird. Dabei wird oft vergessen, wie jung diese Bewegung eigentlich erst ist, wie wenig selbstverständlich noch vor einigen Jahren und Jahrzehnten mit dem Thema umgegangen wurde.“ Zusätzlich bemerkt Schreuder in den letzten Monaten zunehmend, dass die Wirtschaftskrise als Ausrede benützt wird, um eine Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik zu bremsen: „Manche erklären die Menschenrechte in schwierigen Zeiten zu einem Luxusthema. Umso notwendiger wird es sein, deutlich zu machen, dass ein Kampf dafür immer lohnt! Dazu verhilft auch historisches Wissen.“

Am 27. Juni Juni erscheint eine Publikation, in der 40 Jahre Stonewall in Wien dokumentiert werden. Zahlreiche Zeitzeugen wurden dazu auf Video interviewt. Das Ergebnis wird bei einer Kinovorführung präsentiert und ist dann auf YouTube sowie der „Queer Lounge“ auf „Okto“ zu sehen.