Offen lesbische Pastorin zur Stockholmer Bischöfin gewählt

In Schweden gibt es die erste offen lesbische Bischöfin: Die 55-jährige Eva Brunne, Pfarrerin der lutherischen Kirche des skandinavischen Landes, wurde zur Stockholmer Bischöfin gewählt. Damit ist sie weltweit die erste offen lesbische Frau in einem so hohen Kirchenamt.

Ihre Homosexualität spielte im Vorfeld keine Rolle: Lediglich eine kleine konservative Gruppe empörte sich darüber. Doch trotzdem war die 1978 zur Pastorin geweihte Brunne die Favoritin der kirchlichen Basis bei der Wahl durch die Pastoren des Stockholmer Stifts.

Ihre Anhänger schwärmen von ihrer „natürlichen Autorität“, ihrem Begeisterungsvermögen, der Fähigkeit, „das Ganze zu sehen“ und sich nicht in Details zu verlieren. Schon im ersten Wahlgang lag sie unter acht Kandidaten vorn, in der Stichwahl setzte sie sich mit 413 gegen 365 Stimmen gegen den letzten Mitbewerber durch.

Sie tritt für eine offene Kirche ein und nennt die Umstellung auf eine multiethnische, multireligiöse Gesellschaft die größte Herausforderung. „Die Vielfalt ist ein großer Reichtum“ sagt sie. „Froh und stolz“ sei sie, einer lutherischen Kirche anzugehören, in der „mündige Menschen selbst Stellung beziehen und Verantwortung übernehmen.“

Privat lebt Brunne mit Gunilla Lindén – auch sie ist Pfarrerin in der „Svenska Kyrkan“ – in einer registrierten Partnerschaft zusammen. Gemeinsam haben sie einen dreijährigen Sohn. In ihrer Freizeit liest sie Krimis ebenso wie Theologie und schnitzt in einer Tischlerei. „Was tut man nicht alles, um Jesus zu ähneln?“, kommentiert sie selbstironisch ihr Hobby.