Radikaler Prediger im Irak gegen Schwulen-Morde

Nach einer brutalen Mordserie an jungen Homosexuellen in Schiitenvierteln der irakischen Hauptstadt Bagdad dürfte jetzt ein langsames Umdenken einsetzen.

Für die Anschläge macht die Polizei Anhänger des radikalen Predigers Muktada al-Sadr verantwortlich. Dessen „Mahdi-Armee“ hat heute zum ersten Mal Gewaltanwendung gegen Lesben und Schwule offiziell verurteilt: „Das einzige Mittel, das Phänomen [der Homosexualität] zu stoppen, ist Predigt und Belehrung“, erklärt der Sprecher der Sadr-Bewegung, Wadea al-Atabi, in Bagdad. Die Bewegung werde öffentliche Aufklärungs-Versammlungen zur „Bekämpfung dieser Perversion“ veranstalten.

Die Mordkampagne hatte Mitte April in dem Schiitenviertel Sadr-City auf Betreiben von geheimen „Tugend-Brigaden“ begonnen. Drei junge Männer wurden alleine bei diesen Angriffen erschossen, anderen wurden die Arme und Beine gebrochen. Nach Schätzungen der UNO wurden in den letzten drei Monaten in Badgad 30 Männer wegen ihrer Homosexualität ermordet.