Empörung über FPÖ-Forderung nach Anti-Aufklärungs-Gesetz

Empörung herrscht über die Forderung der Wiener FPÖ, ein Gesetz gegen „zu Homosexualität anspornende Informationen für Minderjährige“ zu erlassen. Die Freiheitlichen forderten dieses Gesetz pikanterweise zur gleichen Zeit, als gerade eine Kampagne gegen Homophobie bei Jugendlichen und Migranten vorgestellt wurde.

Marco Schreuder, offen schwuler Abgeordneter der Grünen im Wiener Rathaus, kann über die Forderung des FP-Klubobmannes Eduard Schock nur den Kopf schütteln. Dieser „beweist nicht nur, dass er keine Ahnung, keinen Stil und keine Sensibilität hat, es ist leider noch viel schlimmer: Er hat mit solchen Aussagen die erwiesenermaßen hohe Suizidrate unter Jugendlichen in einer Coming-out Phase mitzuverantworten. Er nimmt lieber das Leid Jugendlicher in Kauf, als offene Gespräche über Sexualität zu ermöglichen“, so Schreuder.

Denn gerade in der Pubertät, die für viele schwule und lesbische Jugendliche auch die Coming-Out-Zeit ist, muss aufgeklärt werden: „Viele internationale Studien haben bewiesen, wie wichtig es ist, dass über Homosexualität, Bisexualität und Transsexualität schon in der Schule aufgeklärt wird“, so Schreuder weiter. Mit ihrer aktuellen Forderung beweise die FPÖ, dass es ihr nur um das Schüren von Ängste und Hass gehe „und dabei über Leichen geht, denn nur Aufklärung kann hier helfen“, so Schreuder.