[Galerie] „Liebe verdient Respekt“: Neue Kampagne für Jugendliche und Migranten

In Wien haben heute die Beratungsstelle Courage, der Verein Wiener Jugendzentren und die Beratungs- und Servicestelle „wienXtra“ eine Plakatkampagne gegen Homophobie bei Jugendlichen und Migranten vorgestellt.

Unter dem Titel „Liebe verdient Respekt“ wurde eine bereits erfolgreich laufende Kampagne des deutschen Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) für Wien adaptiert. Sie wird bis Ende des Jahres schwerpunktmäßig in Schulen, Jugendzentren und Jugendeinrichtungen durchgeführt und von verschiedenen Workshops und Projekten begleitet.

Durch mehrsprachige Plakate sollen die Experten mit Jugendlichen ins Gespräch kommen, sie für das Thema sensibilisieren, Informationen weitergeben und Vorurteile abbauen. Im Rahmen der Kampagne wird aber auch versucht, Multiplikatoren aus Jugendarbeit und Schule und Vertreter der Migranten auf das Thema aufmerksam zu machen und alle Beteiligten zu vernetzen.

Mit „Liebe verdient Respekt“ wollen die Organisatoren der Kampagne vor allem die Unkenntnis und Unsicherheit beseitigen, die oft zu Vorurteilen gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender führt. Wie notwendig diese Kampagne ist, zeigen auch die gestrigen Proteste der FPÖ gegenüber dieser Kampagne. Außerdem ist die Diskriminierung wegen Homosexualität nach neuesten Studien die zweithäufigste Form der Diskriminierung in der EU, gleich nach der Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft.

Oft sind – vor allem Jugendlichen – diskriminierende Aussagen gar nicht bewußt. „Wir wissen heute, dass die Selbstmordversuchsrate in Österreich bei Homosexuellen siebenmal so hoch ist als bei Heterosexuellen. Hauptursache ist die mangelnde familiäre, soziale und rechtliche Unterstützung! Über 90 Prozent aller Selbstmordversuche von gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen geschehen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren, also während des oft sehr schmerzhaft erlebten Coming-out-Prozesses“, erklärt Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage.

Unterstützung für die Kampagne gibt es auch von der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger: „Wien ist eine Stadt der Offenheit und des gegenseitigen Respekts. Intoleranz und Homophobie sollen hier keinen Platz finden, Diskriminierungen aufgrund von sexueller Orientierung werden nicht toleriert. Dafür gibt es ein breites Bündnis zwischen der Stadtregierung, zahlreichen NGOs und engagierten BürgerInnen. Die aktuelle Kampagne leistet hier einen wichtigen Beitrag und verdient daher – genauso wie jede Form von Liebe – Aufmerksamkeit und Respekt.“

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