Lesben- und Schwulenverbände rufen auf: Geht zur EU-Wahl!

Die großen Lesben- und Schwulenorganisationen Österreichs rufen die Community auf, am Sonntag zur EU-Wahl zu gehen. HOSI-Wien-Obfrau Jona Solomon erklärt: “Die Teilnahme an den Wahlen zum Europaparlament ist diesmal von besonderer Wichtigkeit. Eine niedrige Wahlbeteiligung könnte den rechtsextremen Parteien nützen. Auch in Österreich war der Wahlkampf traurigerweise von minderheitenfeindlichen und antisemitischen Aussagen überschattet. Wir appellieren an Österreichs Lesben und Schwule, diesen Sonntag unbedingt von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, die fortschrittlichen Kräfte zu stärken und auch ihre Familien und FreundInnen zur Stimmabgabe aufzufordern.”

Gegen die homophoben FPÖ-Äußerungen der letzten Tage wehren sich auch die Grünen, die mit Ulrike Lunacek eine offen lesbische Spitzenkandidatin ins Rennen schicken. „Wir Grüne übten bereits im Vorfeld Kritik an der Person Martin Graf und der FPÖ, die mit ihren Hetzparolen Hass und Missgunst sät. Das bringt Europa nicht voran! Wir sind die einzigen, die konsequent gegen Rechtsextremismus und für ein starkes, gemeinsames Europa kämpfen“, so Lunacek.

Peter Traschkowitsch, Vorsitzender der Initiative „Sozialdemokratie und Homosexualität“ betont, dass sich die Sozialdemokraten im Europäischen Parlament immer wieder für Lesben- und Schwulenrechte einsetzen: „Der verstärkte Einsatz der SozialdemokratInnen gilt auch der gegenseitigen Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen und LebenspartnerInnenschaften, sowie der Unterstützung von Regenbogenfamilien in der Europäischen Union“, so Traschkowitsch.

In der letzten Gesetzgebungsperiode des Europäischen Parlament haben sich vor allem SPÖ und Grüne für die Rechte Homosexueller eingesetzt. Daran dürfte sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. So haben sich alle SpitzenkandidatInnen der SPÖ und der Grünen die ‘Verpflichtungserklärung’ der europaweiten Lesben- und Schwulenoganisation ILGA-Europa unterzeichnet und sich so zur Durchführung eines 10-Punkte-Programm zu Lesben-, Schwulen- und Transgender-Rechten verpflichtet.

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