Türkisches Gericht verhandelt ersten schwulen Ehrenmord

Der erste schwule Ehrenmord der Türkei landet vor Gericht. Wie der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) berichtet, soll der Prozess am 8. September im Stadtteil Üsküdar-Istanbul stattfinden. Es ist in der Türkei der erste Prozess wegen eines Ehrenmordes an einem Schwulen.

Der 26-jährige wurde vor und einem Jahr erschossen, als er ein Café verließ. Verwundet versuchte er noch, den Tätern mit seinem Auto zu entkommen, aber er verlor die Kontrolle über seinen Wagen und starb kurz darauf im Krankenhaus.

Der Verdacht, dass Yildiz einem Ehrenmord zum Opfer gefallen sein könnte, kam bald danach auf. Ein enger Freund berichtet, dass das Opfer am Telefon ständig mit seiner Familie gestritten hatte. Sie wollte ihn zuletzt in den konservativen Osten des Landes zurückholen und von einem Arzt heilen lassen. Er sollte eine Frau heiraten.

Auch der Tod von Ahmed Yildiz war vorhersehbar: Fünf Monate vor dem Anschlag erstattete Ahmet Yildiz beim Staatsanwalt Anzeige, weil er nach seinem Coming Out Todesdrohungen erhalten hat. Der Fall wurde damals zu den Akten gelegt.