„QWIEN“ gibt Nachhilfe in internationaler Homo-Politik

Der Verein „QWIEN“ versucht mit einer neuen Reihe, die lesbischwulen Community der Bundeshauptstadt über den Tellerrand schauen zu lassen. Unter dem Titel „HOMO-CLASH – Nachrichten aus den homopolitischen Krisenregionen“ sollen globale Konflikte auf ihre kulturellen, zivilisatorischen und vor allem sexuellen Einflüsse und Nebenwirkungen hin untersucht werden.

Den Anfang macht am 16. Juni im Wiener Rabenhof Benny Ziffer, Literaturpapst Israels und Feuilleton-Chef der

Tageszeitung Ha’aretz. Er schrieb den Aufsehen erregenden, pseudo-autobiografischen Roman „Ziffer und die Seinen“: Die Geschichte des schwulen israelischen Paares Ziffer und Jo ist jedoch eingebettet in eine Abfolge irrealer Ideen und Elemente. So wird ihr arabischer Lover hartnäckig als Hund bezeichnet und die israelische Regierung veranstaltet wegen giftiger Bucheinbände eine kollektive Bücherverbrennung am Rabin-Platz. Die englisch-deutsche Lesung beginnt um 20 Uhr.

Vier Tage später, am 20. Juni, gibt es um 19 Uhr im „Stadtkino“ im 3. Bezirk die Dokumentation „East West – Sex & Politics“: über ein sehr aktuelles Thema: Die politischen Entwicklungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen um die Gay Pride Parade in Moskau, die von rechtsradikalen und kirchlichen Gruppen brutal aufgelöst wurde, ohne dass die Moskauer Polizei helfend eingeschritten wäre. Im Anschluss daran, um etwa 21 Uhr, gibt es über den Film eine Podiumsdiskussion, unter anderem mit Regisseur Jochen Hick, Susanne Scholl, der Moskau-Korrespondentin des ORF, und dem Bundesrat Stefan Schennach.