„Liebe verdient Respekt“: Szene-Präsentation (fast) ein Erfolg

Gut gefüllt war der Veranstaltungssaal der Wiener Hauptbibliothek gestern bei der Szene-Präsentation der Aktion „Liebe verdient Respekt“. Vor allem aus der lesbischwulen und Transgender-Community kamen zahlreiche Interessierte – Vertreter der migrantischen Communities, die durch die dreispachigen Plakate auch angesprochen werden sollten, fehlten aber fast vollständig.

Bei den Reden kam es zu einer kleinen inhaltlichen Auseinandersetzung zwischen Gemeinderätin Tanja Wehsely von der SPÖ und Marco Schreuder von den Grünen über das Lebenspartnerschaftsgesetz. Wehsely verteidigte dabei den derzeit geplanten Rumpfentwurf, bei dem alle Ministerien ihre Vorschriften, zum Beispiel im Fremden- oder Pensionsrecht, nach eigenem Gutdünken für verpartnerte Schwulen und Lesben anpassen können – oder auch nicht. Dem widersprach Schreuder in seiner Rede: „Wir sind langsam müde“, erinnerte er an den fast 20-jährigen Kampf für die Eintragung von Partnerschaften für homosexuelle Paare.

Schreuder unterstützt auch den Gedanken hinter der Aktion: „Wir müssen anfangen, dass Leute miteinander reden“, fasst er die Botschaft der Aktion zusammen. Denn die Plakate mit küssenden schwulen und lesbischen Paaren werden auch in der Jugendinfo der Stadt Wien und den Wiener Jugendzentren aufgehängt und sollen so zur Diskussion anregen. Dass nicht alle mit der Botschaft einverstanden sind, ist für Schreuder in Ordnung, denn „wenn wir Respekt einfordern, müssen wir ihn auch anderen gegenüber geben“, sagte der offen schwule Gemeinderat in seiner Rede.

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