Berlin feiert den CSD: 550.000 Teilnehmer

In Erinnerung an die Stonewall Riots vor vierzig Jahren hat auch Berlin am Samstag den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Nach Angaben der Veranstalter waren 550.000 Teilnehmer und Zuschauer bei der Parade vom Kurfürstendamm zur Siegessäule dabei.

Politische Kernforderung war heuer die Verankerung des Diskriminierungsschutzes für Schwule und Lesben in der deutschen Verfassung. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit von der SPD nahm an dem Umzug teil und unterstützte die Forderung.

Die Feierstunde am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, die vor der Parade stattfand, musste allerdings unterbrochen werden: Rudolf Brazda, einer der letzten überlebenden schwulen KZ-Häftlinge, war am Rednerpult gestürzt und hatte sich eine Kopfverletzung zugezogen. Der heute 96-Jährige war wegen seiner Homosexualität von 1941 bis 1945 im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt.