Wegen Frauen und Schwuler: US-Anglikaner spalten sich

Der Konflikt um weibliche Bischöfe und den Umgang mit Homosexualität in der anglikanischen Kirche der USA hat einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht: „Der Tradition verpflichtete Anglikaner“ haben eine neue Organisation gegründet, die „Anglican Church in North America“ (ACNA). Sie sieht sich als „Alternative“ zur Episkopalkirche (ECUSA), dem US-amerikanischen Zweig der weltweiten „Anglican Communion“ mit rund zwei Millionen Mitgliedern. Eigenen Angaben zufolge hat die ACNA 100.000 Mitglieder in den USA und in Kanada, acht Bischöfe bekennen sich zu ihr.

Einer der Streitpunkte zwischen den Anglikanern in den USA war unter anderem die Ernennung des offen schwulen Gene Robinson zum Erzbischof von New Hampshire. Dieser lebt seit 1987 mit seinem Partner Mark Andrew zusammen, die beiden sind im Juni 2008 eine Eingetragene Partnerschaft eingegangen.

Vor allem konservative afrikanische Teile der Anglikaner verdammen Homosexualität in der Kirche und versuchen, sich dabei gegen die traditionell liberaleren europäischen Mitbrüder durchzusetzen. Mit der Spaltung der nordamerikanischen Anglikaner sind sie ihrem Ziel etwas näher gekommen. Dafür wurden sie unter anderem von Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu scharf kritisiert.

Um auch offiziell von der Gemeinschaft der Anglikaner anerkannt zu werden, müssen zwei Drittel der Erzbischöfe der weltweit 38 anglikanischen Kirchenprovinzen dem zustimmen.